Pokerraum

Spielsucht & Schulden durch Online-Poker

Die Gefahr beim Online Poker besteht nicht nur darin, dass man Opfer eines Betrügers wird oder auf einen unseriösen Anbieter hereinfällt. Schließlich stellen Pokerspieler auch für sich selbst ein gewisses Risiko dar. So verfügen sämtliche Glücksspiele über ein enormes Suchtpotential, das nicht nur psychisch labilen Menschen zum Verhängnis werden kann.

 

Einerseits wird die rasante Geschwindigkeit von Pokerturnieren im Internet als wesentlicher Vorteil des Online Pokers genannt. Die geringen Wartezeiten gestalten ein solches Spiel äußerst kurzweilig und erhöht außerdem den Nervenkitzel eines Pokerturniers. Darüber hinaus haben Freunde des traditionsreichen Kartenspiels Poker online die einmalige Gelegenheit, an mehreren Tischen gleichzeitig zu spielen. Auf diese Art und Weise lassen sich zumindest rein theoretisch höhere Gewinne in einer kürzeren Zeit erzielen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich das Online Poker in den letzten Jahren stetig wachsender Popularität erfreut.

 

Andererseits bergen die vermeintlichen Vorteile des Pokerns im weltweiten Datennetz auch große Gefahren, die in der Vergangenheit bereits zahllosen Menschen die Existenz gekostet haben. Die hohen Geschwindigkeiten, die stetige Verfügbarkeit und die fehlende Überwachung machen Online Poker zu einer äußerst großen Gefahr für sogenannte pathologische Spieler. Hierbei handelt es sich um Menschen, die der Faszination des Glücksspiels erlegen sind und unter einer krankhaften Spielsucht leiden.

 

Generell unterscheidet man beim Krankheitsbild der Spielsucht drei Phasen. Anfänglich befinden sich Betroffene in der sogenannten Gewinnphase und nutzen nur gelegentlich das vielfältige Angebot im Bereich Online Poker. Ein übermäßiger Optimismus und der Nervenkitzel sorgen nun dafür, dass die Risikobereitschaft steigt.

 

Die darauffolgende Verlustphase verdeutlicht, dass der angebliche Hobby-Pokerspieler nicht aus Spaß, sondern zwanghaft spielt. Denn trotz immer häufiger werdender Verluste geben Spielsüchtige das Pokern nicht auf und bagatellisieren ihre Niederlagen am virtuellen Poker-Tisch. So spielen Betroffene um immer höhere Beträge und versuchen auf diese Art und Weise ihre Verluste auszugleichen.

 

Obwohl die Verluste die Gewinne nach einiger Zeit deutlich übersteigen, machen sich spielsüchtige Pokerspieler vor, dass sie die Situation vollkommen im Griff haben und beim nächsten Mal ihre bisherigen Verluste problemlos ausgleichen können. Dem ist in der Regel jedoch nicht so, sodass sich immer wieder zahllose Pokerspieler hoch verschulden, um ihre Sucht befriedigen zu können.

 

Das Pokern bestimmt schließlich das Leben der Betroffenen und lässt nur noch wenig Raum für die Familie, Freunde oder den Beruf. Da das Glücksspiel mit der Zeit alle anderen Gedanken verdrängt, vernachlässigen Spielsüchtige früher oder später ihre sozialen Kontakte und vereinsamen in Folge dessen zunehmend. Pathologische Spieler verspüren einen regelrechten Zwang zu spielen, obwohl sie bereits große Summen verloren haben, und können sich nur schwer konzentrieren. So beeinträchtigt eine Spielsucht die eigene Leistungsfähigkeit in großem Maße und führt nicht selten zum Verlust des Arbeitsplatzes.

 

Freunde und Verwandte erkennen die Spielsucht in den meisten Fällen sehr spät, da Betroffene den Zwang zu Pokern perfekt verbergen können. Erst ein Jobverlust oder gravierende finanzielle Schwierigkeiten machen die Mitmenschen auf die Spielsucht ihres Freundes oder Verwandten aufmerksam. In der Regel haben Betroffene zum Zeitpunkt der Entdeckung ihrer Spielsucht bereits massive Schulden. Ferner leben Spielsüchtige häufig sehr isoliert und beschäftigen sich ausschließlich mit dem Pokern oder einem anderen Glücksspiel. 

 

Sämtliche Hilfsmaßnahmen oder Rettungsversuche des Betroffenen verlaufen meistens ohne Erfolg, da sich zwanghafte Pokerspieler erst einmal ihrer Spielsucht bewusst werden müssen. Dies geschieht in der Regel erst, wenn alle finanziellen Mittel vollkommen erschöpft sind und die eigene Existenz bedroht ist. Nachdem betroffene Spielsüchtige praktisch alles verloren haben, tritt die Selbsterkenntnis ein. Um die Spielsucht zu überwinden, sollten sich pathologische Spieler unter anderem in psychologische Behandlung begeben. Darüber hinaus erweisen sich entsprechende Selbsthilfegruppen immer wieder als sehr hilfreich, schließlich treffen ehemalige Spielsüchtige auf Gleichgesinnte und können sich mit diesen austauschen.

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