Pokerraum

Alles reines Gefühl – die pre-flop-Phase beim Pokerspiel

Pre-flop bezeichnet die Situation, in der noch keine Gemeinschaftskarten aufgedeckt sind. Es wurden lediglich die ersten zwei Startkarten, die Hole Cards, ausgeteilt. Small Blind und Big Blind haben gesetzt – nun geht sie los, die pre-flop-Phase.

Jeder Spieler betrachtet seine Karten und muss nun mit diesen zwei Karten seine Gewinnchancen einschätzen. Wie kann man in einer solchen Situation der unvollständigen Information eine optimale Entscheidung treffen? Dies ist eine einfache Fragestellung mit einer komplexen Lösung.

In die eigene Einschätzung müssen nun verschiedene Dinge einfließen. Zum einen muss die Starthand als stark oder schwach eingestuft werden. Gerade Anfänger halten viele Startkarten für gut, die eigentlich sofort weggeworfen werden müssten. Man sollte nur zwischen 20 und 30 % aller Starthände spielen! Dies ist natürlich abhängig von der Gegnerzahl, der eigenen Position und der persönlichen Strategie.

Die erste Runde, der pre-flop, ist entscheidend, um die ersten Gegner-Einschätzungen zu treffen. Wer geht mit, wer erhöht, wer steigt bei welchen Blinds aus? Zeigen alle Spieler Schwäche, bietet sich in einer späten Position (late position) möglicherweise ein aggressives Spiel an, um die Blinds zu stehlen. Andererseits kann man in den ersten Runden auf Slow-Play setzen, um den Pot zu mehren. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass man bereits eine sehr starke Hand besitzt und die Gefahr eines bad-beats oder suck-outs gering ist.

Pre-Flop in einer frühen Position zu spielen schränkt die eigenen Möglichkeiten stark ein. Man kann eigentlich nur die Hole Cards bewerten, viel mehr ist schon nicht mehr möglich. Erst die späten Positionen, z.B. als Dealer, machen die Einschätzung etwas einfacher. An dieser Stelle kann man die Aktionen der Mitspieler analysieren und seine eigene Reaktion darauf abstimmen.

Vielleicht hält beispielsweise jemand ein mittleres Pärchen und kann zunächst mitgehen. Erhöht jedoch jemand vor diesem Spieler, steigt er mit dem mittleren Pärchen besser aus. Denn er hat gemerkt, dass der raise des Gegners Stärke ausstrahlen soll.

Allgemein sollte in der pre-Flop Phase nicht jeder Raise mitgegangen werden, selbst mit relativ starken Karten nicht. Denn es folgen immer noch einige Bietrunden, die gerade im no-limit Hold’em sehr teuer werden könnten. Poker-Runden mit Profis erkennt man oft auch daran, dass es viel seltener zum Showdown kommt, als von privaten Runden bekannt ist.

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