Die nächste Gemeinschaftskarte, die nach dem Flop aufgedeckt wird, ist der Turn. Diese vierte aufgedeckte Karte gibt den Spielern wieder die Möglichkeit, die eigene Hand zu verbessern. Wie zuvor wird wieder eine Wettrunde gestartet, die vorletzte. Der Großteil der Spieler wird seine Hand schon nach dem Flop eingestuft haben, Turn und später der River bilden meistens nur noch die Gefahr eines bad beat. Dies ist eine Hand, die zwar eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit hat, aber sehr hochwertig ist.
Hat ein Spieler also bereits nach dem Flop eine gute Hand, muss er versuchen mittels aggressiven Play die anderen Spieler aus der Runde zu verscheuchen. Falls keine gute Hand erreicht wurde, aber die Chance auf eine gute Karte im Turn und River besteht, sollte versucht werden die Einsätze und damit das Investment möglichst gering zu halten – bestmöglichst völlig gratis weitere Karten zu sehen (free cards).
Der Turn kann jedoch einigen Spielern eine entscheidende Karte schenken – nun stellt sich die Frage, wie agiert wird. Entweder ich erhöhe mit meiner sehr guten Hand oder ich bleibe relativ passiv und gehe nur mit. Ein reines Mitgehen ist die Strategie des Slow Play. Dies könnte man auch als umgekehrten Bluff verstehen – ich spiele sehr zurückhaltend und gebe den Anschein, nur eine schlechte oder mittelgute Hand zu halten. Am Ende, nach dem River, werde ich darauf höchstwahrscheinlich mit einem sehr hohen Raise oder sogar all-in konfrontiert, schließlich sind die Mitspieler in dem Glauben, dass ich eine loosing hand halte. Hier gilt es dem Folden zu widerstehen und den Gegner kalt auflaufen zu lassen.
Anfänger und Neulinge gehen beim Turn oft mit, auch wenn keine Karte getroffen wurde. Sie hoffen, beim River doch noch eine siegesfähige Hand zu erreichen. Dies ist meistens absolut ungerechtfertigt. Die Chancen, auf ein Pärchen noch ein Drilling zu machen, sind verschwindend gering und werden von den Anfängern einfach falsch eingeschätzt. Auch nach dem Turn kann man die Runde noch mit gutem Gewissen verlassen!
Erfolgreiche Spieler steigen eher einmal zu viel aus, als einmal zu wenig.
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